02.06.2022

MdB Marlene Schönberger: Niederbayerische Wälder brauchen Hilfe

Die Bundestagsabgeordnete Marlene Schönberger (Bündnis 90/Die Grünen) blickt auf eine Karte Bayerns mit grün, gelb oder rot eingezeichneten Landkreisen. Ihr Wahlkreis Rottal-Inn / Dingolfing-Landau ist gelb markiert, genauso wie große Teile Niederbayerns. Die Farbe Gelb bedeutet "Warnstufe: Ausbreitung des Befalls zu erwarten". Es handelt sich um die Gefährdung der Wälder durch den Buchdrucker, eine Borkenkäfer Art.

Im Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) in Pfarrkirchen berichtet Forstdirektor Gerhard Huber über den aktuellen Zustand der Wälder in seinem Dienstgebiet, welches fast deckungsgleich mit Schönbergers Wahlkreis ist. Die hohe Gefährdungsstufe durch den Borkenkäfer ist eng verknüpft mit den Klimaveränderungen. Wassermangel durch ausbleibende Niederschläge, steigende Temperaturen und gehäuft auftretende Stürme auf Grund des Klimawandels bringen das Ökosystem Wald in Bedrängnis. Die gestressten Bäume haben dann dem Borkenkäfer kaum noch etwas entgegen zu setzen. Huber schätzt, dass allein im Landkreis Rottal-Inn in den letzten fünf Jahren über 1500 Hektar Kahlflächen durch den Käfer entstanden sind.

Um weitere Schäden zu vermeiden, müsse der Wald schnellstmöglich klimagerecht umgebaut werden. Ziel des Waldumbaus sei es, artenreiche Mischwälder aufzuforsten. Hierbei spielen auch mediterrane Arten wie Esskastanie und Zeder eine Rolle, so Huber. "Gesunde, vielfältige Wälder sind essentiell, um die Klimakrise zu bekämpfen. Dabei spielt die Wald-Wild-Frage eine bedeutende Rolle", erläutert der letztjährige Staatpreisträger für vorbildliche Waldbewirtschaftung, Franz Prinz aus Wurmannsquick. Ein erfolgreicher Waldumbau kann nur mit angepassten Wildständen funktionieren.

Davon konnte sich Marlene Schönberger bei einer anschließenden Exkursion überzeugen. "Waldbesitzer und Waldbesitzerinnen, die ihre Wälder klimagerecht bewirtschaften und umbauen, leisten einen wichtigen Beitrag für unsere ganze Gesellschaft. Das muss politisch mehr gewürdigt und unterstützt werden", zeigte sich Schönberger überzeugt.

Um den erforderlichen Waldumbau zu bewerkstelligen, bedarf es aber noch größerer Anstrengungen. Wichtig wäre es die niederbayerischen Wälder, die durch Stürme, Borkenkäfer und den Klimawandel besonders stark betroffen sind, möglichst zügig umzubauen und stärker zu fördern, damit sie aus dem Krisenmodus kommen. Wir stehen vor einer Jahrhundertaufgabe und Waldumbau kostet viel Geld, so Huber. Waldeigentümer und die Waldbesitzervereinigungen müssen daher finanziell deutlich stärker entlastet werden. Auch die Bayerische Forstverwaltung arbeitet bereits am Limit. Es werden deutlich mehr Förster und Försterinnen für diese Herausforderung benötigt, um den klimaverträglichen Waldumbau in den bayerischen Wäldern voranzutreiben und die forstliche Beratung zu intensivieren.

Schönberger stimmte dem zu und verwies auf das Gebot der Prävention und Voraussicht im Umgang mit den Bedrohungen durch den Klimawandel. "Die Schadensbehebung in Ökosystemen kommt uns immer teurer - sofern sie überhaupt realisierbar ist, als rechtzeitig getroffene Vorsorgemaßnahmen", so Schönberger.

Auf dem Foto: Forstdirektor Gerhard Huber, MdB Marlene Schönberger, Revierleiter Gerhard Reiter und Maria Watzl (Qualitätsbeauftragte beim AELF).

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