22.10.2019

Erinnerungskultur vor Ort

v.l.n.r.: MdB Erhard Grundl, MdL Rosi Steinberger, Kreisvorsitzende Marlene Schönberger, Orstvorsitzender Ergoldsbach-Neufahrn Martin Seeanner, Orstvorsitzende Ergoldsbach-Neufahrn Susanne Geldner, Kreisvorsitzender Frank Steinberger

Die Landkreisgrünen trafen sich am vergangenen Donnerstag in Ergoldsbach zu ihrer Kreisversammlung mit dem niederbayerischen Bundestagsabgeordneten Erhard Grundl, der zum Thema „Erinnerungskultur vor Ort“ referierte. Der Veranstaltungsort wurde nicht ohne Grund ausgewählt: In Ergoldsbach wurden dreizehn Jüdinnen und Juden während eines Todesmarschs der Nationalsozialisten durch zwei mutige Ortsansässigen, Max Maurer und Anna Gnadl, vor dem sicheren Tode gerettet.

Marlene Schönberger, die Kreisvorsitzende der Landkreisgrünen, betonte zu Beginn der Veranstaltung, dass das Thema nach dem rechtsradikalen Terrorangriff in Halle traurige Aktualität gewonnen habe: „Wir stehen solidarisch an der Seite der Jüdischen Gemeinschaft, die aufs Tiefste in Sorge versetzt und verängstigt ist. Wir müssen uns geschlossen jeder Form von Antisemitismus und Rechtsterrorismus entgegenstellen. Wir wissen, dass die Erinnerung an die Opfer der Verbrechen der Nazis elementar ist, wenn wir der rechtspopulistischen Verharmlosung der deutschen Geschichte etwas entgegenstellen wollen. Das gilt in den Städten genauso wie in den Dörfern“.

Kreisvorsitzender Frank Steinberger ergänzte:„Zur Erinnerungskultur gehört das Gedenken an die Opfer, die Erinnerung an die skrupellosen Täterinnen und Täter, aber auch das Herausstellen mutiger lokaler Einzelpersonen, wie Max Maurer und Anna Gnadl aus Ergoldsbach, die die Menschlichkeit in den Vordergrund stellten und nicht wie der Rest die Augen verschlossen. All diese Geschichten - positive wie negative - gilt es, in den Kommunen zu recherchieren und in die Ortsgeschichte aufzunehmen“.

Erhard Grundl: „Wir wissen, dass rechte Netzwerke weitgehend unentdeckt Europa umspannen. Das zu beobachtende Behörderversagen ist uferlos und absolut riskant. Unter anderem die jahrzehntelange unsägliche Gleichsetzung von Links- und Rechtsextremismus, die jeder Faktengrundlage entbehrt, führt dazu, dass die staatlichen Sicherheitsbehörden häufig auf dem rechten Auge blind sind. Das kann Leben kosten, die letzten Monate haben gezeigt, dass rechtsextreme Gewalttaten eklatatant zunehmen“.

Zum Ende der Veranstaltung freuten sich die Landkreisgrünen über die vielen neuen grünen Mitglieder und gratulierten dem Ortsverband Ergoldsbach-Neufahrn zur Gründung.

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